Aufgrund von Nachfragen hier ein Hintergrundbericht. Quelle: https://segelreporter.com/panorama/gps-aeltere-geraete-koennen-durch–effekt-ausfallen-stichtag-6-april/

Wie die offizielle GPS- Informationsseite der US-Regierung und das US-amerikanische „Homeland Security Department“ warnen, KÖNNTE es bei älteren GPS-Geräten ab dem 6. April zu einem Totalausfall der Ortsbestimmung kommen. Unangenehm, wenn man dann gerade durch den Ärmelkanal kreuzt oder bei Nebel die Hafeneinfahrt per GPS anpeilt.

Hintergrund ist der sogenannte „Rollover-Effekt“. GPS-Signale enthalten eine Art „Zeitstempel“, mit dem die aktuelle Woche in eine Variable übertragen wird. Diese Variable wiederum umfasst 10 Bit oder 1.024 Wochen: Nach 20 Jahren, am Ende der 1.023igsten Woche, beginnt die Zählerei also wieder von vorne oder wird neudeutsch „genullt“.

Da die US-amerikanische Woche bereits Sonntag beginnt, wird dieser Wechsel in der Nacht von Samstag, 6.4. auf Sonntag 7.4. 2019 stattfinden.

Die erste GPS-Woche startete am 6.1. 1980, der erste Roll-Over-Effekt trat demnach am 21.8. 1999 ein. Übrigens ohne nennenswerte Folgen.

Dennoch sollten Nutzer älterer GPS-Geräte (Herstellungsjahr vor 2010) sich beim Hersteller erkundigen, ob es zu Problemen mit dem anstehenden Rollover-Effekt kommen könnte. Firmware-Updates können hier Abhilfe schaffen oder sind diesbezüglich bereits aktiv geworden – vorausgesetzt, das GPS-Gerät kam in der Vergangenheit in den Genuss eines Updates.

Ratsam ist ein entsprechendes Firmware-Update bzw. eine Überprüfung in Bezug auf etwaige Probleme mit dem alten GPS-Gerät vor allem dann, wenn man zum genannten Zeitpunkt auf See in kritische Situationen geraten könnte. Zudem wird empfohlen, ältere GPS-Geräte nach dem Wochenwechsel auf ihre Genauigkeit zu überprüfen (Vergleich mit neuen Geräten). Es wird vermutet, dass manche Geräte aufgrund einer „Reise in die 1990-Jahre“ das Datum nicht mehr korrekt berechnen können. Und da ältere GPS-Produkte häufig das Datum in ihre GPS-Positionsbestimmung mit einbeziehen (was nach heutigen Standards unnötig ist), drohen rein theoretisch sogar Totalausfälle.

LG Erich Braitner